Android-App hilft beim SOPA-Boykott

Programm zeigt, welche Hersteller die Gesetzesvorlage unterstützen

Eine Android-App soll Gegnern des umstrittenen "Stop Online Piracy Act" (SOPA) im Kampf gegen die Gesetzesvorlage helfen. Sie zeigt beim Einkaufen, welche Hersteller hinter welchem Produkt stehen und ob diese Befürworter des Entwurfs sind oder mit solchen in Verbindung stehen. Morgen, Mittwoch, werden zahlreiche Seiten - darunter auch Wikipedia - als Protest gegen SOPA ihren Dienst einstellen.

Konsumenten sollen Druck erzeugen

Die Gruppierung "No More SOPA" http://nomoresopa.com steht federführend hinter dem Tool und hat mittlerweile eine Liste von über 800 Unternehmen erstellt, die die Gesetzesvorlage unterstützen oder einem Unterstützer nahe stehen. Auf diese Datenbank greift auch die "Boycott SOPA"-App zu, die kostenlos im Android-Market zu haben ist.

Sie besteht aus einem simplen Barcodescanner. Somit lässt sich beim Einkauf einfach der Strichcode eines Produktes erfassen und mit den Informationen aus der Liste der Kritiker abgleichen, die über 800 Firmen und Marken umfasst. Anschließend wird ein Ergebnis zurückgeliefert, das dem Kunden zu erkennen gibt, auf welcher Seite der Hersteller der Ware steht. Damit wird ein gezielter Kaufboykott ermöglicht. Musik- und Filmfirmen - die treibenden Kräfte hinter SOPA - sind darauf jedoch nicht erfasst. Auch eine Historie bereits durchgeführter Scans kann abgerufen werden.

SOPA-Boykott

Kampf: Starker Gegenwind für SOPA (Foto: FlickrCC/Christopher Dombres)

Anti-Piraterie-Gesetz dürfte scheitern

"SOPA wird, sollte es beschlossen werden, das Internet dramatisch zum Schlechten verändern. Diese App soll Euch dabei unterstützen, Euren Unmut mit dem Gesetz kundzutun und mithelfen, es scheitern zu lassen", so die Beschreibung der Autoren.

Das Programm erfreut sich steigender Beliebtheit und wurde im Android-Market mehr als 10.000 Mal heruntergeladen. Namhafte Seiten wie die Wikipedia nehmen morgen, Mittwoch, an einem Protest gegen den Entwurf statt und werden den Dienst kurzfristig einstellen. Google und zahlreiche andere Internetfirmen haben sich bereits gegen das Gesetz ausgesprochen. Auch das Weiße Haus meldete sich am Montag kritisch zu Wort.

Ein Scheitern des "Akts gegen Online-Piraterie" wird damit immer wahrscheinlicher. Die Abstimmung im Repräsentantenhaus wurde vorerst vertagt. Nun soll zuerst eine Einigung über diverse strittige Passagen erzielt werden.

"Boycott SOPA" im Android-Market:
https://market.android.com/details?id=com.boycottsopa.android

Stellungnahme der Obama-Administration:
http://www.whitehouse.gov/blog/2012/01/13/obama-administration-responds-we-people-petitions-sopa-and-online-piracy

(ck)

pte

 

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