Limits bei DVD-Ordnerstruktur?

  • Wieviele Verzeichnisse (und Dateien) passen auf eine Daten-DVD? Ich habe in das Wurzelverzeichnis einer DVD (4,7 GB) 225 Verzeichnisse gebrannt. Nun habe ich Probleme mit dem Windows Explorer, einem Norton Commander Clone (SpeedCommander) und ThumbsPlus, diese DVD in einem Durchgang zu durchforsten. Mit den beiden Explorern kann ich eine bestimmte Zahl von Verzeichnissen öffnen oder kopieren, dann hängen beide Programme, bis ich die DVD auswerfe (Knopfdruck am Laufwerk). ThumbsPlus kann ebenfalls nicht die ganze DVD in einem Durchgang katalogisieren. Es passiert nach ca. 30 Ordnern das gleiche wie mit den Explorern. Auch hier hilft Auswerfen und beim Stopp fortsetzen. Ich habe heute von einem Kollegen erfahren, dass die Verzeichnissstruktur auf einer DVD limitiert sein soll. Stimmt das und was kann ich tun, um die DVD trotzdem mit meinen 225 Verzeichnissen zu füllen? Ich will schließlich keinen Speicherplatz verschenken.

  • Hallo,
    ich glaub nicht, das "direkt" die Anzahl der Verzeichnisse/Ordner entscheidend sind. Es kommt auf die Länge der "Eingabe-Variable" an.
    Ich weiss von "früher", das die bei ~ 256 liegt.
    Also, wenn ich jedem Ordner/Unterordner nur einen statt zwei Buchstaben gebe, erhöhe ich die Anzahl der Verzeichnisse.
    Ich hab z.b. CD´s, auf dennen jeweils ca. 5000-6000 Dateien liegen.
    Erstelle ich etliche Ordner/Unterordner immer fortlaufend ist der "Sting" (inkl. Dateiname ) bald über 256 Zeichen und somit ende.
    Dies betrifft das FAT-System.
    Ntfs, glaub ich kann 1024...

    Acer Aspire Quad Q9300 2,5 GHz
    HDD 750 GB
    Ram 4 GB
    Vista Home Prem. SP2 64-bit

  • Um das nochmal deutlich zu machen: Ich habe die DVD in einer Session gebrannt und NERO 7 hat das nicht bemängelt oder geblockt (KEINE Multisession, die DVD ist finalisiert). Beim Einlesen der DVD sehe ich im Explorer/SpeedCommander/ThumbsPlus auch alle 225 Verzeichnisse. Öffnen, kopieren oder katalogisieren kann ich aber nur so etwa 30 am Stück. Das müssen auch nicht die ersten 30 Verzeichnisse sein, wo ich damit anfange ist egal.
    Ich habe mir heute auch sagen lassen, dass die erwähnte Beschränkung für DVDs(!) gilt, aber nicht für das etwas ältere CD(!)-Format.
    Ich habe gerade eine DVD gebrannt, auf der ich die Struktur erweitert habe. Immer 25 Ordner in insgesamt 9 Ordnern im Wurzelverzeichnis. Funktioniert auch nicht.

  • Noch so ein Limit: 4,7GB sind nicht 4,7GB, jedenfalls nicht bei den Strategen der Anbieter von DVD's. Tatsächlich passen nur 4,38 GB auf eine leere DVD. Ob das jetzt Betrug ist? Wohl eher nicht, alles nur eine Frage der Definition und gesetzlichen Reglementierung. Wenn man sich in's Gesetz schreiben ließe, daß ein Pfund nicht mehr ein Pfund ist, sondern nur noch 475g, dann müßte der Kunde das schließlich auch so hinnehmen...


    Abgesehen davon, es ist recht einfach, die tatsächliche Größe einer DVD festzustellen:
    Eine DVD von [Hersteller aus juristischen Gründen geschwärzt] z.B. wird wie folgt ausgelesen:


    freie Blöcke: 2.298.496
    Blockgröße: 2048 Bytes


    Daraus ergeben sich 4.707.319.808 Bytes


    Der Umrechnungsfaktor zwischen Bytes und Kilobytes (kB), MB und GB ist bekanntlich jeweils 1024, sodaß diese Summe folgenden Werten entspricht:


    4.707.319.808 Bytes / 1024 = 4.596.992 kB
    4.596.992 kB / 1024 = 4.489,25 MB
    4.489,25 MB / 1024 = 4,38 GB


    Angesichts dieses Ergebnisses darf es niemanden wundern, wenn plötzlich nicht die bereitliegenden 4,7 GB Daten auf die Scheibe passen (ungeachtet des Dateisystem-Overheads, der einige Megabyte betragen kann und normal ist), sondern fast 10% weniger. Mogelpackung würde man bei Cornflakes dazu sagen...


    Grüße
    Funkenzupfer.

    \"Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und niemand ginge, um einmal zu schauen, wohin man käme, wenn man ginge.\" (Kurt Marti)

  • Achso, noch zur maximalen Anzahl an Verzeichnissen und Dateien: Diese werden weder mit FAT noch mit NTFS beschrieben, das Dateisystem für die Scheiben heißt CDFS. Die Beschränkung gilt für CD's wie auch für DVD's unter Windows, denn dafür zeichnet das Betriebssystem verantwortlich. XP kann einfach kein UDF schreiben, sondern nur lesen. Deswegen bist Du auf die Spezifikation von ISO9660 und Joliet beschränkt. Brenne die Scheibe einmal unter Linux oder meinetwegen auch RiscOS als *reine* UDF, da sollte das Problem behoben sein. Auch die windowstypischen Beschränkungen hinsichtlich Länge der Dateinamen, Pfadtiefe und Dateigröße werden da wesentlich großzügiger gehandhabt: Windows kann als Dateinamen auf CD's/DVD's mit Joliet nur maximal 64 Zeichen Unicode verwalten, echtes UDF beherrscht hingegen 255 Zeichen, nur als Beispiel.


    Und dann ist da noch die Sache mit den Brennern: Je nach Hersteller kann die maximale Größe des Dateisystems begrenzt sein.
    Ein Hersteller schreibt z.B.:

    Zitat

    "Yamakawa DVD-2xx DVD-Player besitzen 8MB DRAM Arbeitsspeicher. Daher können auf einer Disk etwa 300 Verzeichnisse (directories) mit einer Verzeichnistiefe von jeweils bis zu 8 Unterverzeichnissen (sub directories) angelegt werden. Diese Beschränkung gilt allerdings nur für ISO-konforme DVDs (ISO, UDF/ISO). Brennt man jedoch eine reine UDF-DVD dann gilt diese Einschränkung nicht."


    Andere Hersteller haben da andere Grenzen.


    Es ist also eine komplexe Frage der verwendeten Hardware, Treiber, Betriebssystem, welche Schranken Dir gesetzt sind.


    Tip: Unter Windows helfen oft Zusatzprogramme, welche die bestehenden Schranken umgehen. Nero (nicht Express!) sollte UDF eigentlich beherrschen...


    Grüße
    Funkenzupfer.

    \"Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und niemand ginge, um einmal zu schauen, wohin man käme, wenn man ginge.\" (Kurt Marti)

  • Hier die ultimative Antwort von mir selbst:
    Wie immer seit ich einen PC besitze, ist mein DVD-RW-Brenner wahrscheinlich defekt oder veraltet. Hat damals schon mit dem ersten CD-PLAYER angefangen. Immer wieder ist die Entwicklung von Standards an mir vorbeigegangen und dann war halt ein neues Gerät nötig. Von meinen etwa 10 CD- bzw. DVD-Playern/Brennern ist nur einer wirklich kaputt gewesen. Sonst waren die Dinger immer nur in kürzester Zeit veraltet. Der erste Player nach nur wenigen Wochen. Der konnte damals keine "blauen" oder "grünen" CDs lesen. Die älteren unter uns werden sich daran erinnern;-)
    Ich habe gerade einen neuen DVD-Brenner eingebaut und ThumbsPlus werkelt fehlerfrei am Katalog der gleichen DVD, mit der die Probleme vor einigen Tagen begonnen haben. So ganz nebenbei: Das Einlesen der DVD ist gefühlte 10-mal so schnell wie vorher. Klasse.